Interschutz 2010: Tag 2 Digitalfunk und Software

Der zweite Tag auf der Interschutz Messe in Leipzig stand ganz im Zeichen von Digitalfunk sowie der Such nach einer für uns geeigneten Software für die allgemeinen Verwaltungsaufgaben in der Feuerwehr. Am Mittwoch bereits haben wir zwei Hallen sowie das Aussengelände „geschafft“. Am Donnerstag also war das Ziel die restlichen drei Hallen zu schaffen.

Bemerkenswert fanden wir vor allem auch die Zahl der vielen kleinen Aussteller die sich auf ein spezielles Produkt spezialisiert haben. Als Beispiel dafür die Feuerlöscher. Mir war wirklich nicht bekannt, in welchen Farben und Formen diese Dinger zu haben sind. Ich bin mir aber sicher, dass der Vorbeugende Brandschutz was gegen mit Airbrush verzierte Feuerlöscher haben wird. Wir sind ja schließlich in Deutschland 😉

Besucht haben wir ebenfalls einige Hersteller von Absauganlagen für Fahrzeugabgase in Fahrzeughallen. Auch dort waren wir über die Anzahl der Anbieter und die sich doch erheblich unterscheidenden Anlagen überrascht. Den besten Eindruck machte dabei die Firma blaschke.

Kernthema Nummer eins an diesem Tag war aber der Digitalfunk. Ein Interessantes Gespräch hatten wir dazu mit einem Mitarbeiter bei Sepura. Nachdem wir ihm klar gemacht hatten, dass wir ihm glauben, dass die Endgeräte funktinieren und wir mehr an der weiterführenden Technik interessiert sind sprang sogar ein Mittagessen dabei heraus.

Ziel war es bei allen Anbietern eine Lösung zu finden, die folgendes Szenario ermöglicht: Ein Standard ELW1 hat die Einsatzleitung in einem größeren Einsatz übernommen. Es wurden Einsatzsbschnitte gebildet und jeder Abschnitt kommuniziert in seiner Gruppe (bzw. Kanal). Es kommen nun neue Fahrzeuge hinzu und nun soll es möglich sein, die HFG die auf diesen Fahrzeugen mitgeführt werden quasi per Fernwartung auf die entsprechende Gruppe des Abschnitt umzustellen. Das dies möglich ist, war bekannt. Nur in der Praxis zu verwendende Lösungen hatten wir bisher nicht gesehen.

Die Lösung von Sepura (Network Independant TETRA Dispatcher (NiTD)) war die Umfangreichste und sicher auch teuerste. Dort ist es möglich bis zu vier Tetra Funkgeräte anzuschließen und mit jedem Gerät jeweils eine Gruppe zu besprechen. Vom ELW aus wäre so der Kontakt in jeden Abschnitt direkt möglich. Das wirklich Feature allerdings ist, dass man mittels Drag&Drop einzelne Funkgeräte von einer Gruppe in eine andere Verschieben kann. Per SDS (Tetra SMS – Short Data Service) wir dem Funkgerät dann mitgeteilt, dass es sich umzuschalten hat.
Nachteilig an dieser Lösung sind vor allem der Hohe Aufwand und die Kosten. Im Grunde muss man vom ELW gar nicht alle Kanäle besprechen können, ein Führungskanal reicht dafür aus. Das Umschalten der anderen Funkgeräte sollte eingentlich unabhängig von der im Funkgerät geschalteten Gruppe möglich sein.

Weiter also zum nächsten Stand. Bei Swissphone haben wir es leider nicht lange ausgehalten, da dort eine Wand voller Meldeempfänger „zum ausprobieren“ aufgebaut war und offensichtlich keiner der Messebesucher jemals vorher einen so schönen Weckton gehört hatte. Zumindest konnten wir in Erfahrung bringen, dass die FireCom Lösung die dort angeboten wurde keine Möglichkeit bietet Funkgeräte „remote“ zu bedienen.

Größere Erwartungen hatten wir da an EADS. Als Anbieter von komplexen Lösungen für Leitstellen sollte da doch was zu machen sein. Nachdem wir uns durchgefragt hatten wurde uns auch eine Lösung präsentiert. Wie gewünscht mit einem Funkgerät sowie einem daran angeschlossenen Rechner konnten div. Befehle an ein weiteres Funkgerät über die Luftschnittstelle übermittelt werden. Wie man uns versicherte unabhängig von der Gruppe die in beiden Geräten geschaltet ist. Leider war die Lösung aber eher ein „Entwickler-Tool“ zu dem es keine Unterlagen oder Dokumentation gab.

Fazit Digitalfunk: Eine Kommunikation ist sicher im TMO wie auch im DMO möglich. Einige der Vorteile die die Technik mit sich bringt sind aber derzeit einfach noch im Hintergrund weil sie offensichtlich nicht nachgefragt werden.

Kernthema nummer zwei war es die Anbieter von Verwaltungssoftware für die Feuerwehr zu besuchen und deren Produkte zu begutachten. Erster Anlaufpunkt war MP-Feuer, dort haben wir unsere Featureliste gut abhaken können und einen sehr positiven Eindruck von der Software und von der Firma bekommen. Auch bei Features die so noch nicht im System waren sicherte man uns zu diese aufzunehmen und zu prüfen ob eine entsprechende Erweiterung möglich wäre.

Eine komplett webbasierte Lösung präsentierte syBOS aus Östereich. Auch dort fanden wir vieles von dem was wir benötigen. Kritisch zu prüfen bleibt aber die Tatsache, dass sämtliche Daten auf einem zentralen Server der Firma liegen. Einige weitere Anbieter haben wir ebenfalls besucht, dazu kann ich aber (noch) nichts sagen, da die Evaluierung der Testversionen noch aussteht.

Weitere Interessierte Blicke haben wir natürlich auf den Bereich der Persönlichen Schutzausrüstung geworfen. Insbesondere interessant war dort zu sehen, dass sehr viel Kleidung in PBI-Gold zu sehen war. Dabei viel uns insbesondere das Gewicht dieser Kleidung positiv auf.

Den Abschluss dieses Tages bildete ein Besuch in Halle 1. Dort stellten sich die Verbände und Organisationen auf. Den Stand des DFV haben wir vor allem als gross empfunden. Positiv überrascht waren wir als uns plötzlich das Niedersachen-Roß anblickte. Ein großer Stand vom Landesfeuerwehrverband und schon fanden wir auch ein paar bekannte Gesichter von den Landesfeuerwehrschulen wieder. Man präsentierte dort zwei Container die die Ausstattung von Autobahntunneln zeigen. Wir waren doch überrascht, welche Technik dort zu Einsatz kommt um den Tunnel sicher zu machen.

Da wir nun der Meinung waren, genug von der Messe mitgenommen zu haben fassten wir den Entschluss am Freitag den Touristischen Teil des Ausflug anzugehen. Ein Besuch des Völkerschlachtdenkmals und der Innenstadt stand an.

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